O CÉU DER NEWCOMER


 

20. Sep 2016

LABEL TO WATCH

O CÉU
DER NEWCOMER

Portugiesisches Handwerk, nordisches Design und jede Menge Individualität: Wie Matthias Lehner jetzt durchstartet

O CÉU ist portugiesisch und bedeutet „der Himmel“. Eine schöne Metapher für die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, die die Möbelstücke des Newcomer-Labels bieten.

Der kreative Kopf hinter der Idee und den Entwürfen? Matthias Lehner, ein deutscher Designer, der bei einem Designwettbewerb in Portugal auf den Produzenten Gual traf. Im Jahr 2015 gründeten sie gemeinsam mit der Münchner Markenagentur Sanmiguel O CÉU. Ihr Ziel: das kulturelle Erbe Portugals mit einer neuen nordischen Note zu versehen. Mit Erfolg! Im Oktober 2016 zählt die Zeitschrift AD Matthias Lehner bereits zu den besten 50 Designern Deutschlands.

 » Traditionelle Fertigungstechniken und Muster werden gerade wieder entdeckt und von jungen Kreativen neu interpretiert « 

Wir trafen den Designer auf der Mailänder Möbelmesse Salone del Mobile 2016, wo er seine Entwürfe zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Während bei den Sideboards und Regalen klare Linien dominieren, brechen immer wieder typisch portugiesische Details das minimalistische Design auf – zum Beispiel handbemalte Keramikfliesen (sogenannte Azulejos) oder Intarsien mit Symbolen aus der portugiesischen Historie, darunter Sardinen und Schwalben.

Besonders wichtig ist Matthias Lehner, dass seine Kunden von Anfang an eine emotionale Beziehung zu den Produkten entwickeln. Das gelingt, indem der Besitzer sein Möbelstück personalisiert und so zu etwas Individuellem macht: Die „Collage“-Sideboards sind Ausstellungsfläche für kleinere, persönliche Objekte. Die Fächer des „Layer“-Regals können beliebig zusammengestellt und positioniert werden. Die Wandregale „Azulejos“ funktionieren einzeln, können aber auch wie „Tetris-Steine“ zu einer riesigen Wandcollage zusammengesteckt werden.

Und für die Zukunft verrät er: »Der eigentliche Schritt des Personalisierens wird in Form von individuell platzierten Initialen oder Symbolen stattfinden.«

 

 

Die gesamte Kollektion wird in Portugal gefertigt. Was Matthias Lehner am dortigen Handwerk besonders schätzt?

»Produkte aus Portugal unterliegen einem hohen Qualitätsanspruch zu einem angemessenen Preis. Das nicht industrialisierte Handwerk hat im Norden Portugals immer noch einen hohen Stellenwert. Traditionelle Fertigungstechniken und Muster werden gerade wieder entdeckt und von jungen Kreativen neu interpretiert. Wir versuchen in unseren Objekten – soweit möglich – die industrielle Fertigung mit dem traditionellen Handwerk und dem Kulturerbe zu vereinen.«

 

Porto ist nicht nur der Fertigungs-Standort von O CÉU. Auch das Stadtbild mit seinen gefliesten Häuserfassaden und die portugiesische Lebensart inspirieren Matthias Lehner bei seinen Besuchen immer wieder aufs Neue.

 

Vom 24. – 26. November öffnet der O CÉU Pop-up Store in München

(Bei A.P.R., Galeriestraße 6A // Im Hofgarten, 80539 München) 

Über Matthias Lehner und O CÉU

Der deutsche Industriedesigner Matthias Lehner gründete 2011 sein eigenes Designstudio in München mit Fokus auf Möbel, Tableware und Interior Design. Seine Philosophie: einen hohen Anspruch an Qualität und Ästhetik mit einem Hauch Ironie und Sinn für Humor zu verbinden – und jedem Produkt Persönlichkeit zu verleihen. 2016 gründete er als Creative Director mit dem portugiesischen Produzenten Gual die Möbelmarke O CÉU. Hier treffen das kulturelle Erbe Portugals und traditionelle Fertigungstechniken in neuer Interpretation auf nordisches Design.

Die größte Herausforderung als Jungdesigner beim Aufbau einer solchen Brand? »Über seine eigene Rolle als reiner Designer hinaus zu wachsen. Das fängt bei der interkulturellen Kommunikation mit den portugiesischen Produzenten an und reicht bis hin zum Aufbau von Marketing und Vertriebskanälen.«

Artikel by

Theresa Kosse

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http://designedit.de/2016/09/20/newcomer-das-deutsch-portugiesische-label-o-ceu/